Ausstellung Galerie Hofmatt Sarnen 2012

Ausstellung Gallerie Hofmatt Sarnen
Vom 1. bis 30. September 2012

Öffnungszeiten: Jeweils Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr

           

Aus der Vernissage vom 1. September

 

 

Begrüssung anlässlich Vernissage Charlie Lutz

Galerie Hofmatt Sarnen, 1 September 2012

Laudatio von Peter Bucher, Sarnen:

Liebe Gäste

Ich begrüsse Sie im Namen des Teams der Galerie Hofmatt sehr gerne zu unserer  heutigen Ausstellung mit Charlie Lutz. Nach 1996 und 2005 stellt Charlie heute zum dritten Mal in unserer Galerie aus. Als wir vor etwa 2 Jahren erfahren haben, dass Charlie Lutz den Zuschlag für das kantonale Atelier in Berlin erhält, wollten wir natürlich wissen, was er in dieser Zeit in Berlin geschaffen hat und haben Ihnen sehr gerne ein weiteres Mal zu uns eingeladen .

Was hat er gesehen, gehört, gesammelt und was hat er mitgebracht? Erlebnisse, Erinnerungen, Begegnungen, Gedichte und philosophische Gedanken, die er in einer breiten Vielfalt von Farben, Formen und Materialien zu Zeichnungen, Malereien, Objekten und Zitaten verarbeitet hat.

Das passt zu Charlie – Ich habe ihn immer als sehr vielseitigen  Künstler mit vielen Talenten erlebt. Ein Kunstschaffender auch, der sich nicht nur auf seine eigenes Schaffen beschränkt, sondern sich  für die Rahmenbedingungen des Kunstbetriebs hier im Kanton sehr verdient gemacht hat. Neben seinem langjährigen Engagement im Kunsttreff13 oder für Projekte wie die Ausstellung in Pontresina hat er auch die webplattform „Kulturfenster“ aufgebaut, die auch für unsere Galerie und  für alle interessierten Kulturinstitutionen wichtig ist.

Was hat sich seit seiner ersten Ausstellung verändert – dazu habe ich mich an berufene Quellen gewandt. Die Analysen früher Texte zur Arbeit von Charlie Lutz mit http://www.wordel.com

Im Gang und hier im Galerie Raum finden wir grosse farbige Werke aus seiner  Zeit in Berlin und danach, gleichzeitig Graphitzeichnungen  neueren und älteren Datums – Urs Bugmann hat in seinem Text „ savoir – voir ça“  die beiden Gestaltungsformen sehr schön mit unterschiedlichen Lautstärken beschrieben, die im Ergebnis, zusätzlich die unterschiedlichen Geschwindigkeiten ihres Entstehens erkennen lassen.“

Ganz anders die Plexiglasarbeiten, die uns Charlie Lutz im Keller zeigt, die leicht schwebenden  Objekte in den Nischen des Seitenarms erinnern an Vögel – Tauben in Sandsteinnischen einer Kathedrale – Wolken oder Blütenblätter.  Und das milchige Mondlicht  mit den Figuren der Erinnerung  verwandelt unseren Gewölbekeller in ein Planetarium mit Echo … Charlie zitiert wiederum Poesie

 Der Widerhall
der Worte
krümmt
den Strahl der Erinnerungen
bis er leuchtet.           (Rekus)

Ein Zitat schliesslich auch hier im Panoramazimmer. Da steht der vorerst etwas irritierende Satz: Zu sagen, hier herrscht Freiheit ist immer ein Irrtum oder auch eine Lüge.

Als ich letzte Woche mit Charlie die Ausstellung aufbaute, kam zufällig ein Besucherpaar aus Deutschland vorbei, das sich im Datum der Vernissage um eine Woche irrte. Auf das besagte Zitat und dem Hinweis „Werke aus Charlies Atelieraufenthalt in Berlin“ entbrannte sofort die Diskussion über Ost und West in der einst geteilten Stadt, das Wort freedom, welches  für die Amerikaner sowohl Freiheit wie Frieden bedeutet – und die dafür unter anderem ausgerechnet einen Checkpoint namens Charlie zum Symbol nahmen. Den weggelassenen Rest dieses Zitates frei nach Erich Fried heisst dann aber  „denn Freiheit herrscht nicht“ –  was zeigt, das Worte für sich allein nicht das bedeuten, was jedes zusätzliche Wort an deren Bedeutung immer wieder ändern.  Das gilt auch für die bildende Kunst. Dazu nochmals Urs Bugmann:  „Wie bei den Zeichnungen ist in diesen Gemälden Zeit festgehalten, hat die Fläche eine Tiefe, weil wir gleichzeitig sehen, was im Nacheinander der Zeit entstanden ist. Wenn Charlie Lutz seine Erkundungsspuren legt, im Zeichnen und im Malen, ist er dabei genauso von Fragen geleitet, wie wir beim Sehen.“

Ob dieses Zitat bewusst ins Panoramabild des Sarneraatals gestellt wurde, ob die Figuren die ihren Schatten tanzen lassen das in Freiheit und/oder Frieden tun. Ich lade sie dazu ein, diese Anregungen von Charlie Lutz weiter zu diskutieren – hier mit uns an der Vernissage und wenn Sie auch noch etwas länger Zeit haben anschliessend im Atelier zu Hause bei Charlie Lutz.

Wenn Erich Fried auch sagt „Freiheit herrscht nicht“, seit Ogi wissen wir das wenigstens „Freude herrscht“ – Ich freue mich mit Dir Charlie über die Eröffnung deiner sehr schönen Ausstellung.

Peter Bucher, 1sep2012

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